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ZfS, Jg. 45, Heft 3 (2016)

Konsumausgaben als Wohlstandsindikator – was können sie uns über Armut und Ungleichheit berichten?

Katharina Hörstermann

Zusammenfassung: In der internationalen Forschung gilt der Konsum als adäquater Indikator für den Wohlstand eines Haushalts, in der deutschsprachigen Forschung hingegen das Einkommen. Der vorliegende Artikel untersucht, inwiefern sich konsum- und einkommensbasierte Wohlstandsindikatoren unterscheiden und ob durch die Berücksichtigung der Konsumausgaben eine Gruppe hinsichtlich verschiedener Lebensstandardmerkmale benachteiligter Haushalte identifiziert werden kann. Die Ergebnisse zeigen, dass sich auf der Basis der Konsumausgaben ein positiveres Urteil für Deutschland bezüglich Ungleichheit und Armut fällen lässt als auf der Basis der Einkommen. Die Betrachtung verschiedener Lebensstandardmerkmale zeigt außerdem, dass durch die Konsumperspektive eine Gruppe von Haushalten in den Fokus der Armutsanalysen rückt, die hoch verschuldet ist und der nur ein geringer Anteil ihrer Ausgaben zur Wahrung sozialer Teilhabe verbleibt.

Schlagworte: Konsum; Armut; Ungleichheit; Lebensstandard; Einkommens- und Verbrauchsstichprobe